Über Seelenverbindungen

Das Leben bringt uns immer wieder in Situationen, in denen wir die Möglichkeit haben alte Verletzungen zu heilen - aus diesem Leben und aus früheren. Wenn du neugierig bist, lässt du dich auf dieses göttliche Spiel ein, schaust wo es dich hinträgt, im Vertrauen, dass du wieder eine Schicht tiefer zu dir selbst vordringen darfst. Manchmal hast du diese Wahlmöglichkeit, manchmal auch nicht und du wirst einfach hineingestoßen und mitgerissen. Wenn das der Fall ist, sei mutig, mobilisier all deine Kräfte und vertraue, dass sich alles zum Guten wenden wird.


Oft ist es die Begegnung mit einem Menschen die von einer Sekunde auf die andere, wie ein Orkan durch dein Leben fegt, und dich dein gesamtes Fühlen und Sein in Frage stellen lässt. Ich spreche von den Menschen, bei denen wir das Gefühl haben sie schon ewig zu kennen. Bei denen wir uns „zu Hause“ fühlen obwohl wir ihnen gerade erst begegnet sind. Wo sich Minuten wie Stunden und Tage wie Wochen anfühlen. Wo ein einfacher Blick, eine simple Berührung dich fast zum Ertrinken bringt.


Wir fühlen eine ganze Palette an Emotionen - manchmal alles zur selben Zeit. Überströmende Liebe, tiefe Traurigkeit, eine alles verzehrende Sehnsucht, die wir oft nicht deuten können. Und hier liegt der entscheidende Wendepunkt in der Geschichte. Wir können uns in diesen Beziehungen verlieren und versuchen diese Sehnsucht durch den Anderen zu stillen. Doch das wird wenn überhaupt, immer nur von kurzer Zeit eine Linderung bewirken.


Es bleibt uns also nichts anderes übrig als genau hinzusehen und uns selbst zu fragen, wo es denn herkommt das Sehnen und das Traurig sein. Was ist die Essenz und wo liegt der Ursprung? Die Sehnsucht die wir verspüren, ist meistens ein tiefes Verlangen nach uns selbst. Dieser Mann oder diese Frau erinnert uns an einen Teil in uns, den wir längst vergessen haben. Den wir vielleicht so weit weggeschoben haben, dass wir gar nicht mehr wissen, dass er existiert. Wir erkennen uns im Anderen.


Diese Begegnungen sind meistens alles andere als einfach. Sie lassen uns unsere Zerrissenheit und unsere Ängste spüren. Sie zeigen uns wo wir bisher nicht hinschauen wollten und wo wir nicht ehrlich mit uns selbst waren. Sie nehmen uns an die Hand und führen uns zu unseren blinden Flecken. Auch wenn es sich in diesem Moment nicht danach anfühlt. Sieh es als Geschenk, das größte Geschenk das dir ein anderer Mensch machen kann. Denn genau da wo dein größter Schmerz sitzt, liegt meist auch dein größter Schatz begraben.

Immer wenn uns etwas tief drinnen berührt… ein Musikstück, eine Geschichte, ein Mensch, dann weil wir an uns selbst erinnert werden.


Vielleicht triffst du einmal im Leben auf so einen Menschen, vielleicht öfters. Es kann sogar sein, dass du mehrere solcher Begegnungen zur gleichen Zeit erlebst. Je nachdem welche Lernaufgaben das Leben gerade für dich bereit hält. Manchmal übernimmt nur der eine Mensch diese Funktion des Erinnerns, und der andere bleibt von eurer Begegnung weitgehend unberührt. Manchmal ist es auch ein gegenseitiges sich Erinnern und wenn ihr Glück habt seid ihr gerade frei und offen dafür eine Verbindung miteinander einzugehen. Das ist wohl die magischste und intensivste Form aller Liebesbeziehungen.


Egal wie diese Begegnung endet. Dein Leben wird danach nicht mehr das selbe sein wie vorher. Im besten Fall hast du die Chance ergriffen, bist tief getaucht, hast dein Seelenleben erforscht und hingesehen wer du bist unter all den Schichten von Verletzungen, Traumata und alten Wunden. Bist danach wieder aufgetaucht und durftest die Kraft der Transformation erfahren und dein eigenes Strahlen erkennen. Eine Wiedergeburt in das eigene Licht.



Fotos von Elizabeth Tsung, Annie Spratt und Livi Po | Unsplash



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